Steller im Test: App für digitale Magazin-Liebhaber

Vor ein paar Wochen bin ich durch einen Tipp von Ladyvenom und Lionheaded auf die App Steller gestoßen. Die mobile Anwendung ermöglicht es Usern, sehr leicht, schön gelayoutete Fotogeschichten zu erstellen. Man kann aus unterschiedlichsten Vorlagen wählen und diese je nach Bedarf verändern. Soweit so unspektakulär.

Was an Steller aber positiv auffällt, ist der gut kuratierte Lifestyle-Inhalt. Endlich schafft es eine App, das Magazin-Feeling für jeden User aufs Smartphone zu übersetzen. Es dominiert Content aus den Bereichen Reise, Lifestyle, Food, Design und Sport, die Qualität der meisten Beiträge, die man angezeigt bekommt, ist sehr gut.

Womit wir auch schon bei der Reichweite wären: Ich hatte das Glück, mit einer Story in die „Steller Collection“ (24 Stunden lang bevorzugte Ausspielung) zu kommen, was bei nur 2 produzierten Storys und quasi null Followers zu immerhin 140 Likes, über 5.500 Page Views und einem Ranking in den Top 20 führte. Mit solchen Lockmitteln schafft es die App, auch „Anfänger“ bei Laune zu halten und den Geschichten ein großes Publikum zu verschaffen.

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Fazit: Die App eignet sich hervorragend für Instagrammer, die mehr herzeigen wollen und die auch bereit sind, ein bisschen Aufwand in die Content-Produktion zu stecken. Das Erstellen meiner Berg-Story kostete mich rund eine Stunde inklusive Stümperhafter Fotobearbeitung am Smartphone. Die Fotos habe ich alle mit dem iPhone gemacht, die meisten Beiträge von anderen Usern sind aber fototechnisch hochwertiger und meist mit professionellen Kameras geschossen.

Hier noch die Story zum Durchklicken:


Link zum Steller-Profil

Datenflut und Social Media

Für Servus TV wird gerade eine US-amerikanische Dokumentation über Datenflut für den österreichischen Markt adaptiert. Im Rahmen der Überarbeitung hatte ich die Ehre, meinen Senf über den Einfluss von Social Media auf unseren Alltag dazuzugeben. In Zeiten, wo es schon Offline-Jugendcamps geben muss, damit ein paar handysüchtige Kinder mal gemeinsam ein Lagerfeuer machen, das nicht sofort auf Instagram landet, stellt sich natürlich die Frage, was die negativen Seiten von Social Media mit uns machen.

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Ich bin überzeugt davon, dass nicht die Kanäle an sich schuld sind, sondern die fehlende Reflexion am Umgang damit: In Familien und Schulen und wahrscheinlich auch im Arbeitsleben braucht es eine viel intensivere und auch theoretische Auseinandersetzung, wie wir Social Media für uns und nicht gegen uns selbst nützen können. Ein alter Hut, der aber trotzdem immer wieder wiederholt werden muss, denn so etwas wie das Schulfach „Medienkompetenz 2.0“ gibt es ja noch nicht.

Inzwischen poste ich mal fröhlich weiter und bin sehr viel online. Solange es keine Belastung für einen selbst oder das Umfeld wird, ist hoffentlich noch alles in Ordnung ;-).

PS: Wann die Doku im TV kommt, weiß ich leider selbst noch nicht, das kann sicher noch eine Weile dauern.

derStandard.at erreicht 10.000 User per WhatsApp

Dieser Text erschien bereits auf derStandard.at.

Unser Community Management Team macht sich viele Gedanken darüber, wie und wo man die User und Userinnen ideal mit Nachrichten versorgen kann und wie der Austausch über die Inhalte erfolgen kann.

User direkt erreichen

Seit Messengerdienste wie WhatsApp so beliebt sind, stellten wir uns die Frage, wie wir als Unternehmen auch dort präsent sein können. Und sobald die Broadcast-Funktion eingeführt wurde, mit der man mehrere User auf einmal erreichen und sich mit ihnen austauschen kann, ohne dass die Nachricht gleich an alle Empfänger geht, war klar: Wir probieren das jetzt mal aus.

Gutes Feedback

Und genau das erwies sich als gute Idee. Denn das Feedback war enorm und übertraf unsere Erwartungen bei weitem. Wir erhielten unglaublich nette Nachrichten und nach einem halben Jahr erreichen wir nun 10.000 User und Userinnen per WhatsApp und tauschen uns mit ihnen aus.

Mut zum Experiment

Was wir aus dieser Hauruck-Aktion gelernt haben: Es braucht den Mut, einfach einmal etwas auszuprobieren, von dem man nicht weiß, wie es ausgehen wird. Wir hatten technische Probleme, die sogar dazu führten, dass wir ein Monat lang gar keine Nachrichten verschicken konnten, wir müssen damit rechnen, dass WhatsApp die Broadcast-Funktion jederzeit abdrehen kann und es das Service nicht mehr gibt und überhaupt wussten wir nicht, ob das jemanden interessieren würde.

Intensiver Austausch

Trotz allem haben wir es geschafft, binnen weniger Monate eine Community aufzubauen, die sich sehr intensiv und direkt mit unseren Inhalten auseinandersetzt und das Service als sinnvoll empfindet. Im Vergleich zu Facebook, Twitter oder Instagram ist der Austausch viel persönlicher und positiver und somit die Community gefühlt eine sehr loyale. Egal, wie sich WhatsApp also technisch weiterentwickelt: Wir wissen nun, dass Direct Messenger ein optimaler Kanal für Unternehmen sein können, wenn sie adäquat betreut werden.

Community Management

Dazu braucht es aber auch ein gut aufgestelltes Community Management, das auf Augenhöhe mit den Usern und Userinnen kommuniziert und vor allem von ihnen lernt: Das Service wird nämlich Schritt für Schritt mit dem Feedback der User und Userinnen adaptiert und verbessert. Wir freuen uns auf die nächsten 10.000.

Instagram: Katzenfotos neben Leichen im Newsfeed

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf derStandard.at

Wie Instagram die generelle Berichterstattung und den Foto-Journalismus verändert

Als in Nordkorea 3G verfügbar wurde, begann David Guttenfelder, Fotograf für Accociated Press, einer der wichtigsten Nachrichten-Agenturen der Welt, seine Eindrücke von dort auf Instagram zu teilen. “Bei den ersten hundert Followern habe ich mich schon gefreut und mehr als zehn Likes waren der Hit”, erzählt Guttenfelder bei der SXSW am Sonntag. Mittlerweile erreicht Guttenfelder über Instagram rund 300.000 Follower und bringt ihnen so die Situation an Krisenherden näher.

David Guttenfelders (rechts) Fotos erreichen über Instagram mehr User als je zuvor

David Guttenfelders (rechts) Fotos erreichen über Instagram mehr User als je zuvor

Instagram wird von den meisten Usern für leichtes Entertainment und Lifestyle-lastigen Content (z.B. Cats of Instragram) genutzt, der ernste Inhalt von Accounts wie jenem von Guttenfelder, syrischen Oppositionellen oder dem Time Magazine werden aber genauso angenommen. Kira Pollack, die mitunter den Instagram-Account des Time Magazins betreut, betont, dass gerade die Mischung zwischen ernsten und unterhaltsamen Inhalten auf Instagram für die User interessant ist und gutes Feedback bekommt. Der Großteil des Contents des Time-Accounts ist aber dennoch eher leicht verträglich.

Aktualität

So wird bei Time immer mehr auf aktuelle Postings Wert gelegt. Das reicht von schnellen Reaktionen nach den Oscars oder den Grammys, was aufgrund der Beliebtheit der Fotos die Reichweite der Accounts steigert bis hin zu bewusster Berichterstattung über Instagram, bei der die Fotografen auch angehalten werden, auf ihren Instagram-Accounts zu posten. “Aus der Sicht des Journalisten ist Instagram ganz besonders spannend, da es so schnell ist. In der Sekunde, in der ich das Foto mache, ist es auch schon online und bekommt Feedback”, meint Guttenfelder.

Auswahl

Auf die Frage, welche Fotos er auf Instagram teilt und welche er mit seiner professionellen Kamera der Agentur weiterschickt, erklärt Guttenfelder, dass es Überschneidungen gibt, er aber nachdenkliche, subtile Inhalte eher auf Instagram teilt. Zusätzlich dient Instagram den Agenturen auch immer öfter als Quelle für Fotos, die von “normalen Bürgern” gemacht wurden. (Lisa Stadler, derStandard.at, 10.3.2014)

Links:

Cats of Instragram

David Guttenfelder

Time Magazine

Facebook und die liebe Reichweite

Dass der Egderank der natürliche Feind des Social Media Managers ist, ist ja nichts Neues. Anhand eines einfachen Beispiels kann man aber gut sehen, wie sehr Posts zum Teil “gedrosselt” werden und das Publikum oft nicht erreichen.

Fallbeispiel

Heute wurde bei der Facebook-Seite von derStandard.at mit 116.000 (nicht auf ebay gekauften) Fans ein Bild gepostet und bekam 44 Likes.

Bildschirmfoto 2013-12-01 um 22.31.00Zeitgleich wurde das Bild auch beim Instagram-Account von derStandard.at mit  bescheidenen 438 Followern gepostet. Das verursachte 13 Likes (und ich hab es noch nicht mal selbst geliket ;-)!).

Bildschirmfoto 2013-12-01 um 22.30.33Facebook spielt ja schon lange unterschiedliche Posts unterschiedlich oft aus, das heißt die Posts werden nicht immer für gleich viele Menschen im Newsfeed sichtbar, wenn sie sich durch die Timeline scrollen. Das hat ja auch seinen Sinn, so will Facebook garantieren, dass die User nur relevanten Inhalt sehen, der viel Feedback bekommt.

Fazit

Dieses eine (nicht repräsentative) Beispiel zeigt jedoch, wie massiv die Unterschiede sein könnnen. Klar, ein Werbeposting wie dieses bekommt vielleicht nicht tausende Likes, im Vergleich zum Response auf Instagram muss ich aber in dem Fall davon ausgehen, dass auf Facebook das Posting von viel weniger Menschen gesehen wird, als angegeben und potenziell möglich.

Ich bin zwar schlecht in Mathe und ja, es gibt unterschiedliche Publika für unterschiedliche Netzwerke, aber: Facebook spielt sich da auf eine Art mit der Reichweite, da ist Kaffeesudlesen eine Wissenschaft dagegen. Im Übrigen ist die Kombination aus Punschtrinken und STANDARD-Lesen sehr zu empfehlen.