Nominiert als Onlinerin des Jahres

Ein Facebook-Post sagt mehr als tausend Worte. Ich freu mich.

Wegen dieser ganzen Zeitverschwendung auf Facebook bin ich bei Werbeplanung.at als Onlinerin des Jahres nominiert. Da…

Posted by Lisa Stadler on Monday, November 9, 2015

 

Voten kann man hier in der Kategorie “Medienmacher”: http://werbeplanung.at/onlinerdesjahres

Tag der Marktkommunikation

Gestern hatte ich die Ehre beim Tag der Marktkommunikation in der Marx Halle sprechen zu dürfen. Besonderes Highlight war der Vortrag von “Werbe-Guru” Michael Schirner, der eine “lecture performance” hielt, hier nachzuerleben (Text und Bild führen durch die “Vorlesung”). Schirner betrachtet Werbung als Kunst und arbeitet daran, sich als Künstler, der als Experte gilt, abzuschaffen. Darauf spielt auch seine Serie Bye Bye an.

Eine Zusammenfassung meines Vortrags gibt es bei Werbeplanung.at.

Niklas Stadler (nicht verwandt, nur supriger Nachname) war so nett und hat diese Fotos zur Verfügung gestellt:

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Schirner plant derzeit eine neue Kampagne gegen AIDS. Berühmte Fotografen wie Jürgen Teller, Wolfgang Tillmanns, Inez van Lamsweerde, Anton Corbijn, Steven Meisel, Nan Goldin werden sich beteiligen. (Caption: Genius Stefan Binder ;-))

 

 

 

Was der “Dislike” Button auf Facebook für Medien bedeutet

Dass Facebook einen Dislike-Button einführt (am Anfang war die Rede von einem Dislike Button, mittlerweile wurde das sinnvoll relativiert) konnte ich gestern fast nicht glauben. Nach jahrelangem Bestehen auf den “posiviten Vibes”, den der Like Button ohne sein negatives Pendant verbreiten sollte, gesteht Facebook das Bedürfnis nach anderen Gefühlsäußerungen neben dem Like ein.

Für Medien sind das riesige Neuigkeiten. Gerade was ernste Themen wie Katastrophen oder Todesfälle betrifft, wird sich einiges ändern. Da diese Posts “unlikebar” waren, bekamen sie kaum Interaktion und Sichtbarkeit, außer bei schwindligen Seiten, die dann den “Like” Button zum Trauer-Button erklärten oder anderen Schwachsinn. Wenn aber Berichte über Krisen und Probleme nun mehr Interaktion bekommen können, werden sie mehr gesehen – gegebenenfalls der Facebook-Algorithmus bleibt ähnlich.

Also eigentlich eine gute Sache mit Potenzial. Vox.com deutet an, dass es in Richtung “Empathy” gehen könnte, also einer Funktion, bei der User Mitgefühl ausdrücken können, das wäre sowieso auch ein Vorteil.

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Der Daumen geht bald nach unten

Gleichzeitig kommen größere Herausforderungen auf Community Manager zu: Missfallen könnte nun noch sichtbarer werden und die Stimmung könnte schneller kippen. Der Vorteil von Facebook gegenüber anderen Plattformen war ja schon des Öfteren die positive Stimmung, da Kritik nur mühsam mit Kommentaren geäußert werden konnte – was vielen zu aufwändig war. Es gilt also in Zukunft noch genauer auf die Community zu achten und aktiv zu werden, um User zu halten, die nicht nur von Grantlern (oder schlimmer: Trollen) umgeben werden wollen. Facebook wird sich das jedenfalls gut überlegt haben und die Auswirkungen auf die Community werden spannend sein.

Warum Medienmenschen Alain de Bottons „Die Nachrichten. Eine Gebrauchsanweisung“ lesen sollten

Einer der Riesenvorteile an „Urlaub“ (Duden: in Betrieben, Behörden, beim Militär nach Arbeitstagen gezählte dienst-, arbeitsfreie Zeit, die jemand [zum Zwecke der Erholung] erhält) ist ja, dass man wieder dazu kommt, Bücher (Duden: größeres, gebundenes Druckwerk; Band) zu lesen.

Eines davon, das mir untergekommen ist, stammt von Alain de Botton und heißt „Die Nachrichten. Eine Gebrauchsanweisung“. Der erste einleuchtende Grund, es zu konsumieren, leuchtet beschäftigten Menschen mit Aufmerksamkeitsdefizit sofort ein: Es ist nur rund 250 Seiten lang und großzügig gelayoutet (Bilder!). Nach ein paar Stunden Lektüre hat man also das Gefühl, etwas vollbracht zu haben und die Chancen sind groß, das Buch auch wirklich zu Ende zu lesen.

Buch, Print, #nofilter

Buch, Print, #nofilter

Der nächste Grund: Der Text führt all jenen, die hin und wieder mit Medien zu tun haben und die sich über deren Produktion beziehungsweise Konsumption Gedanken machen, einige erleuchtende Fakten vor Augen und bietet eine Idealvorstellung von Medien, die man diskutieren kann.

De Botton geht bei seiner Beschreibung der aktuellen Medienlandschaft dabei von KonsumentInnen aus, die generell Newsjunkies sind und dem aus meiner Sicht alten Schlag der LeserInnen/SeherInnen zuzuordnen sind: Nämlich jenen, die durch irgendeine Art von Tradition – meist in der Familie – gelernt haben, dass man bewusst täglich Nachrichten konsumiert. Das ist für mich schon einer der wesentlichen Punkte, bei denen der Autor etwas ganz Wesentliches vermisst:

Diese Menschen sterben nämlich aus. Blumig schreibt er: „In den entwickelten Wirtschaftsgesellschaften üben die Medien heute eine mindestens so starke Macht aus wie früher der Glaube. Die Berichterstattung taktet den traditionellen Tagesablauf mit unheimlicher Genauigkeit: Das Frühstück hat sich ins Morgenmagazin verwandelt, das Abendessen ist identisch mit der Tagesschau.“

Zum Glück für viele Medien gibt es zwar noch genügend Menschen, auf die das vielleicht zutrifft, ich persönlich kenne aber fast keine. Niemand in meinem Umfeld konsumiert Medien zu einem von den Medien festgelegten Zeitpunkt, sondern dann, wann er oder sie Zeit hat und dann geschieht das meistens zufällig über die soziale Netzwerke.

Wayne interessiert’s?

Das Interesse an Nachrichten schwindet massiv und zwar aus guten Gründen, die de Botton auch anführt: Wichtige Geschichten werden ohne Kontext und bruchstückhaft präsentiert, es fehlt an Einordnung, Meinung, dem „großen Bild“: „kein Wunder, dass wir uns langweilen“, so der Autor. Anhand der Bereiche Politik, Ausland, Wirtschaft, Prominenz, Katastrophen und Konsum werden Nachrichten analysiert und die Psychologie bei den Konsumenten hinterfragt. Was geschieht mit uns, wenn wir Geschichten über Promis lesen oder über einen Arzt, der sich aus dem 30. Stockwerk stürzt? Warum klickt niemand auf die Korruptionsgeschichte in Uganda? Und wie kann sich das ändern?

Attraktive Aufbereitung

Es kann „nicht darum gehen, die Menschen zu drängen, mehr „seriöse“ Nachrichten zu konsumieren; vielmehr sollten angeblich seriöse Nachrichtenkanäle wichtige Informationen so präsentieren, dass sie das Publikum wirklich ansprechen“, folgert de Botton. „Im idealen Medienunternehmen der Zukunft würden die anspruchsvollen Aufgaben der Kontextualisierung und Popularisierung so ernst genommen, dass Berichte über Fördergelder (fast) so aufregend wären wie über inzestuöse Kannibalen in Australien.“

Wir sind teils selbst schuld an der Wut

Dabei geht das Buch auf Bildsprache, Erwartungen des LeserInnen und auch auf die Wut in den Foren von Online-Medien ein. Diese hält de Botton für ein zum Teil selbstproduziertes Problem, das es jedoch auf Seiten der Berichterstattung zu bekämpfen gilt: denn die Medien präsentieren oft Probleme (gescheiterte Verhandlungen, Börsenstürze, etc.), verabsäumen aber die Schilderung der Komplexität dahinter. Dadurch fühle sich das Publikum einer Situation verständnislos gegenüber und sei entsprechend hoffnungslos. Das Resultat mitunter: Schimpf-Tiraden in den Kommentaren. (An dieser Stelle könnte ich jetzt noch einen halben Roman über weitere Gründe für Hate-Postings in Foren und Strategien für deren Bekämpfung anfügen, das mache ich dann in der Pension.)

Als Fazit geht aus „Die Nachrichten“ hervor, dass Medienmacher sich viel mehr an der Erwartungshaltung der LeserInnen orientieren und sich in ihre Lage hineinversetzen müssen: „Warum sollte ich diesen Text lesen?“ kann nämlich leider viel zu selten beantwortet werden. Zudem kommen die Artikel oder Beiträge selbst wenn die Frage beantwortet werden kann dann oft in unkonsumierbarem Zustand daher.

Genau der Punkt der Aufbereitung ist natürlich für die Verbreitung von seriösen Inhalten via Social Media essenziell: Darüber, wie man auf Facebook die Aufmerksamkeit für eine Reportage aus Syrien generieren kann, wenn man gegen eine Flut aus Partyfotos, Katzenvideos und Trash-Berichte antritt, zerbrechen wir uns bei derStandard.at täglich den Kopf. Manchmal gelingt es, viel öfter scheitern wir kläglich. De Botton liefert aber mit seinen Beispielen und dem Fokus auf die Psychologie des Nachrichtenkonsums gute Ansatzpunkte für den Arbeitsalltag, und das ohne ein einziges Mal „Social Media“, „Traffic“ oder „Google Analytics“ zu erwähnen.

 

Business Riot!

Zur Abwechslung mal ein Event-Tipp, den ich allen Kolleginnen ans Herz lege, denen Frauenförderung ein Anliegen ist und die im Berufsleben weiterkommen wollen.

Die Kolleginnen von Sorority haben in einigen Monaten Arbeit ein großartiges Festival auf die Beine gestellt, das ganz weit weg von Selbsthilfegruppen-Feeling und Esoterik-Seminar-Anleihen angelegt ist.

businessEs geht einfach darum, praktisches Wissen auszutauschen und gescheiter zu werden. Und nun zur shameless self promotion: Mein Workshop ist auch schon angekündigt.

Tickets gibt es ab 14. September!

Steller im Test: App für digitale Magazin-Liebhaber

Vor ein paar Wochen bin ich durch einen Tipp von Ladyvenom und Lionheaded auf die App Steller gestoßen. Die mobile Anwendung ermöglicht es Usern, sehr leicht, schön gelayoutete Fotogeschichten zu erstellen. Man kann aus unterschiedlichsten Vorlagen wählen und diese je nach Bedarf verändern. Soweit so unspektakulär.

Was an Steller aber positiv auffällt, ist der gut kuratierte Lifestyle-Inhalt. Endlich schafft es eine App, das Magazin-Feeling für jeden User aufs Smartphone zu übersetzen. Es dominiert Content aus den Bereichen Reise, Lifestyle, Food, Design und Sport, die Qualität der meisten Beiträge, die man angezeigt bekommt, ist sehr gut.

Womit wir auch schon bei der Reichweite wären: Ich hatte das Glück, mit einer Story in die „Steller Collection“ (24 Stunden lang bevorzugte Ausspielung) zu kommen, was bei nur 2 produzierten Storys und quasi null Followers zu immerhin 140 Likes, über 5.500 Page Views und einem Ranking in den Top 20 führte. Mit solchen Lockmitteln schafft es die App, auch „Anfänger“ bei Laune zu halten und den Geschichten ein großes Publikum zu verschaffen.

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Fazit: Die App eignet sich hervorragend für Instagrammer, die mehr herzeigen wollen und die auch bereit sind, ein bisschen Aufwand in die Content-Produktion zu stecken. Das Erstellen meiner Berg-Story kostete mich rund eine Stunde inklusive Stümperhafter Fotobearbeitung am Smartphone. Die Fotos habe ich alle mit dem iPhone gemacht, die meisten Beiträge von anderen Usern sind aber fototechnisch hochwertiger und meist mit professionellen Kameras geschossen.

Hier noch die Story zum Durchklicken:


Link zum Steller-Profil

Datenflut und Social Media

Für Servus TV wird gerade eine US-amerikanische Dokumentation über Datenflut für den österreichischen Markt adaptiert. Im Rahmen der Überarbeitung hatte ich die Ehre, meinen Senf über den Einfluss von Social Media auf unseren Alltag dazuzugeben. In Zeiten, wo es schon Offline-Jugendcamps geben muss, damit ein paar handysüchtige Kinder mal gemeinsam ein Lagerfeuer machen, das nicht sofort auf Instagram landet, stellt sich natürlich die Frage, was die negativen Seiten von Social Media mit uns machen.

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Ich bin überzeugt davon, dass nicht die Kanäle an sich schuld sind, sondern die fehlende Reflexion am Umgang damit: In Familien und Schulen und wahrscheinlich auch im Arbeitsleben braucht es eine viel intensivere und auch theoretische Auseinandersetzung, wie wir Social Media für uns und nicht gegen uns selbst nützen können. Ein alter Hut, der aber trotzdem immer wieder wiederholt werden muss, denn so etwas wie das Schulfach „Medienkompetenz 2.0“ gibt es ja noch nicht.

Inzwischen poste ich mal fröhlich weiter und bin sehr viel online. Solange es keine Belastung für einen selbst oder das Umfeld wird, ist hoffentlich noch alles in Ordnung ;-).

PS: Wann die Doku im TV kommt, weiß ich leider selbst noch nicht, das kann sicher noch eine Weile dauern.

derStandard.at erreicht 10.000 User per WhatsApp

Dieser Text erschien bereits auf derStandard.at.

Unser Community Management Team macht sich viele Gedanken darüber, wie und wo man die User und Userinnen ideal mit Nachrichten versorgen kann und wie der Austausch über die Inhalte erfolgen kann.

User direkt erreichen

Seit Messengerdienste wie WhatsApp so beliebt sind, stellten wir uns die Frage, wie wir als Unternehmen auch dort präsent sein können. Und sobald die Broadcast-Funktion eingeführt wurde, mit der man mehrere User auf einmal erreichen und sich mit ihnen austauschen kann, ohne dass die Nachricht gleich an alle Empfänger geht, war klar: Wir probieren das jetzt mal aus.

Gutes Feedback

Und genau das erwies sich als gute Idee. Denn das Feedback war enorm und übertraf unsere Erwartungen bei weitem. Wir erhielten unglaublich nette Nachrichten und nach einem halben Jahr erreichen wir nun 10.000 User und Userinnen per WhatsApp und tauschen uns mit ihnen aus.

Mut zum Experiment

Was wir aus dieser Hauruck-Aktion gelernt haben: Es braucht den Mut, einfach einmal etwas auszuprobieren, von dem man nicht weiß, wie es ausgehen wird. Wir hatten technische Probleme, die sogar dazu führten, dass wir ein Monat lang gar keine Nachrichten verschicken konnten, wir müssen damit rechnen, dass WhatsApp die Broadcast-Funktion jederzeit abdrehen kann und es das Service nicht mehr gibt und überhaupt wussten wir nicht, ob das jemanden interessieren würde.

Intensiver Austausch

Trotz allem haben wir es geschafft, binnen weniger Monate eine Community aufzubauen, die sich sehr intensiv und direkt mit unseren Inhalten auseinandersetzt und das Service als sinnvoll empfindet. Im Vergleich zu Facebook, Twitter oder Instagram ist der Austausch viel persönlicher und positiver und somit die Community gefühlt eine sehr loyale. Egal, wie sich WhatsApp also technisch weiterentwickelt: Wir wissen nun, dass Direct Messenger ein optimaler Kanal für Unternehmen sein können, wenn sie adäquat betreut werden.

Community Management

Dazu braucht es aber auch ein gut aufgestelltes Community Management, das auf Augenhöhe mit den Usern und Userinnen kommuniziert und vor allem von ihnen lernt: Das Service wird nämlich Schritt für Schritt mit dem Feedback der User und Userinnen adaptiert und verbessert. Wir freuen uns auf die nächsten 10.000.

Welche Rolle spielt Social Media für die humanitäre Hilfe?

Letzte Woche hatte ich beim Humanitarian Congress in Wien die Ehre, eine Podiumsdiskussion zum Thema Social Media und Humanitäre Hilfe zu moderieren. Mahmoud Shabeeb, Timo Lüge, Ingrid Brodnig und Thomas Seifert gaben Einblick in ihre Expertise. Hier gibt es die gesamte Diskussion zum Nachschauen:

Warum User News-Inhalte teilen

Horizont Online bietet ab jetzt gemeinsam mit Storyclash ein spannendes Ranking über geteilte Medien-Inhalte in sozialen Netzwerken. Erfreulich ist natürlich, dass derStandard.at auf Platz eins liegt. Viel interessanter ist aber das Ranking der Tagespresse, das nicht überrascht, aber schön veranschaulicht, welche Aspekte beim Sharen eine Rolle spielen.

Wie schon Julian Ausserhofer und Axel Maireder in ihrer Sharing-Studie festgestellt haben, teilen User besonders gerne Inhalte, die etwas mit ihnen selbst zu tun haben oder die unverfänglich sind und einen Mehrwert für ihre Community bieten (Eigeninteresse vs. antizipiertes Publikumsinteresse). Der Faktor Humor ist bei der Tagespresse, von der ich ein Riesenfan bin, auf jeden Fall so ein Mehrwert.

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Grafik: Storyclash

Ernste – also schwer “likebare” – Inhalte, wie sie meist auf derStandard.at zu finden sind, haben es da schon schwerer, hier kommt schlicht der Faktor Masse ins Spiel: Die User auf derStandard.at haben eine große Auswahl an Artikeln, die sie teilen können und somit ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie etwas finden, das mit ihnen zu tun hat (seien es Bekannte, die im Artikel vorkommen, das eigene Unternehmen, die Branche, ein Hobby oder ein Spezialgebiet, für das man sich interessiert). Zudem erfreut sich derStandard.at zum Glück eines guten Images, das die User zusätzlich dazu animiert, die Inhalte zu teilen, und ist stark präsent (Faktoren Zufälligkeit und Sichtbarkeit). Ich bin gespannt auf die weiteren Rankings.

Termin, Termin, Termin

Ich freue mich sehr, in den nächsten Monaten bei ein paar Veranstaltungen zum Thema Social Media am Podium sitzen zu dürfen. Falls es irgendwen interessiert:

6.3.2015
Diskussion: “Social Media – haven or hell?” beim Humanitarian Congress

11.3.: Social Media Workshop für Sorority

11.4.2015
Medientage Podium zu Dialog mit Usern (tbc)

8.5.2015 Marketing Rockstars, Graz

12.10.2015
Moderation der Diskussion zu “Die Folgen der Digitalisierung für die Gesellschaft”, Spiegelsaal. Am Podium mit Ingrid Brodnig, Rudi Klausnitzer, Eugen Russ, Julia Wippersberg, Hannes Ametsreiter.

Workshops (nicht öffentlich) mache ich neben der Lehrtätigkeit an den FHs auch immer wieder und mit größtem Vergnügen. Anfragen gerne an lisapetete@gmail.com.

Breaking: Sendung zu Eilmeldungen und Social Media

Für Ö1 durfte ich was zum Thema Social Media und Eilmeldungen erzählen. Aus Mediensicht ist die Verwendung der Kennzeichnung von Meldungen als Eilmeldungen vor allem ein Service für die User – zumindest verwende ich sie so.

Die User sollen in ihren überladenen Facebook- und Twitter-Streams leichter erkennen, ob es sich um etwas handelt, das Aktualität und große Wichtigkeit vereint, oder eben nicht.

Wichtig ist natürlich, dass Eilmeldungen nicht inflationär verwendet werden, aber das sollte sich eh von selbst verstehen.

Hier der Link zum Nachhören der Sendung. 

Social Media: Die New York Times kocht auch nur mit Wasser

Kürzlich veröffentlichte Michael Roston von der New York Times ein Resümee über die Twitter-Performance des Mediums. Wenn die „große Schwester“ Einblicke in die Arbeit gewährt (was bemerkenswert super ist), erwartet man sich als Social Media Managerin einiges: neue Strategien, Neuigkeiten über sinnvolle Tools, andere Teamstrukturen oder ähnliches. Der Artikel fiel aber überraschend banal und nüchtern aus, was aber gar nicht so schlecht ist. Kommen wir aber mal zu den interessanten Punkten:

Umgang mit Kritik am Unternehmen

Dieser Teil des Artikels verblüffte mich am meisten: Der Autor beschreibt recht offen, dass die New York Times oft kritisiert wird, darauf aber kaum reagiert wird.

Hier das lange Zitat:  „In some instances, consumers of Times journalism were angered by articles or columns written by our journalists. They often directed their ire more at the institution than they did at the individual journalists who had written the items that caused offense. When other types of companies face a maelstrom of outrage on social media, they tend to use their social media platforms to respond to people who have been angered, seeing them in part as customers or potential customers. But as a news organization, we expect @NYTimes to remain above the fray to a certain degree, delivering our journalism and not getting caught in the middle of how it is received.“

Genau diese Einstellung ist ein großes Problem, mit dem einige traditionelle Medien noch zu kämpfen haben: Geht es um die Promotion ihres Mediums, verknüpfen sie die eigenen Journalisten eng mit dem Unternehmen und stellen sie in die Auslage. Sobald es Kritik hagelt, will man auf einmal nichts mehr mit der einzelnen Person zu tun haben und distanziert sich. Das ist aus klassischer Sicht sogar noch nachvollziehbar, da das Unternehmen ja nicht die Meinung einzelner Redakteure vertreten muss. Den Usern ist das aber egal. Denn: Social Media wird als Customer Care Kanal wahrgenommen und eine der Aufgaben von Social Media Managern ist mitunter Unternehmenskommunikation. Aus Usersicht wird also zumindest eine Stellungnahme des Firmenaccounts und eine Erläuterung der Sachlage erwartet. Die New York Times hat sich hier erst 2015 Handlungsbedarf auf den ToDo-Zettel geschrieben, aber besser spät als nie.

FotoTexten

Wie die meisten andern Medien auch wird bei der NYT intensiv mit den Headlines auf Twitter experimentiert. Welche Formulierung schafft es, am meisten Traffic zu bringen oder die User zu involvieren? Bei der New York Times geht man das Thema mittlerweile entspannter an als früher und erkannte, dass Headlines nicht immer unbedingt geändert werden müssen. Das kann durchaus der Fall sein, das Beispiel im Artikel ist aber schlecht gewählt, da zwei Tweets verglichen werden, die zu komplett unterschiedlichen Uhrzeiten getwittert wurden.

Bildsprache

Mehr Bilder zu verwenden ist gerade bei einem Medium wie der New York Times, die für viele Fotos die Rechte auch für Social Media besitzt, sehr einleuchtend. Aber die Erkenntnis extra in einem Blogpost zu erwähnen, dass man Zeichen spart, indem man den Fotocredit ins Bild photoshopt  anstatt ihn in den Tweettext zu kopieren – seriously? Ganz abgesehen davon, dass der Credit auch beim Sharen erhalten bleibt.

Multimedia

Videos oder gifs müssen laut der Erfahrung des Social Media Teams der New York Times nicht unbedingt auf Twitter hochgeladen werden, wenn es die Geschichte nicht erfordert. Dem kann ich nur zustimmen. Vor allem ist die Clickthrough Rate meist besser, wenn im Tweet nicht schon zu viel verraten wird.

Generell ein braver und recht banaler Einblick in die Arbeit mit einem der größten Twitter-Accounts weltweit. Das Gute daran: Wir kochen alle nur mit Wasser und haben mit simplen Dingen wie Zeichenlängen oder Formulierungen zu kämpfen. Das Ernüchternde daran: In Sachen Social Media kann man handwerklich (nicht unbedingt inhaltlich) von Vice, Huffington Post und Buzzfeed sicher mehr lernen.

PS: Ja, ich muss sowas Umfangreiches wie die NYT es gemacht hat, auch mal aus derStandard.at Sicht verfassen, wenn ich die Zeit finde. Steht auf der ToDo Liste!

Hier nochmal der Link zum Beitrag bei niemanlab.org.

Viralität ist nicht per se böse

Im aktuellen Medienmanager durfte ich etwas zu Viralität, Journalismus und Social Media sagen. Die vielen belanglosen, wackeligen Homevideos, die lustig sein sollen und oft auch sind, gehen den meisten sowieso schon auf die Nerven. Wenn Medien diese dann weiterverbraten, stellt es jenen, die den Untergang des Qualitätsjournalismus herbeirufen wollen, natürlich die Haare auf.

Dabei ist das Hinweisen oder Weiterverwenden von viralen Inhalten durch Medien aber kein Problem an sich: Wer hin und wieder etwas Lustiges teilt und dadurch die Berichterstattung auflockert, wird kein Problem haben. Sobald aber mehr Geld und Ressourcen in virale Belanglosigkeiten fließen als in ernsthaften Journalismus, haben Qualitätsmedien wirklich ein Problem.

Das gleiche gilt für virale Inhalte auf Social Media Accounts von (Qualitäts)Medien. Lockere News an sich sind meiner Meinung nach nicht böse. Wenn die User aber nur mehr deshalb eine Page liken, die eigentlich für ernste Inhalte steht, passt etwas nicht.

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“Erklär’ doch mal das DJing”

Für die neue Wochenend-Ausgabe des STANDARD wurde ich gebeten, doch mal den Nicht-Fortgehenden Print-Lesern zu erklären, was ich da am Wochenende (mit ETEPETETE) oft so mache. Das auch nur annähernd in 6.000 Zeichenen zu fassen ist natürlich nicht möglich, noch dazu für Außenstehende. Nach etlichen Text-Versionen, langem Redigieren (danke Stefan Schlögl!) und viel Bauchweh ist am Ende dieser subjektive Versuch dabei rausgekommen.

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