springfestival 2013: ETEPETETE feiert den 6. Geburtstag

Sechs Jahre ist es jetzt schon her, dass ETEPETETE beim springfestival den ersten Auftritt hatte. Auch dieses Jahr haben wir die Ehre unseren Geburtstag in unserer home base mit einem eigenen Abend zu feiern. Dieses Mal in Koop mit der wunderbaren Prasselbande und mit viel Liebe organisiert von @nanepetete. Als warm-up haben wir hier eine Playlist mit ein paar aktuellen Highlights, die meisten davon gibt es live bei unserem Halli Galli zu hören:
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VÖZ-Kampagne: Social Media sind nicht der Feind

Dieser Text erschien ursprünglich auf derStandard.at.

Die neue Kampagne des Verbands Österreichischer Zeitungen zeigt, dass die sozialen Medien nicht richtig verstanden werden

“140 Zeichen reichen nicht aus!” Das ist einer der Claims der neuen Kampagne des Verbands Österreichischer Zeitungen, mit dem die Pressearbeit und insbesondere die Pressefreiheit mehr positive Aufmerksamkeit bekommen sollen. Der Seitenhieb auf Twitter, der durch das Sujet des toten Vogels entsteht, suggeriert aber, dass soziale Medien im Kontext der Pressearbeit etwas Negatives sind. Soziale Netzwerke sind aber die Freunde und nicht die Feinde der Pressefreiheit.

Dass soziale Medien eine Demokratisierung des Informationsflusses bedeuten, ist nichts Neues. UserInnen können sinnvolle und auch sinnentleerte Informationen leichter als früher an JournalistInnen kommunizieren. Ob dieses Wissen Gewicht hat und in der Presse verwendet werden kann, liegt weiterhin im Ermessen der Medien. Diese haben lediglich den Vorteil, dass sie auf eine größere Menge an ExpertInnenenwissen zurückgreifen können als in den Zeiten des Web 1.0. Die Gatekeeper-Funktion der JournalistInnnen wird also gleichzeitig aufgewertet und durch die Communtiy kontrolliert. Dass es unsinnige Falschmeldungen und Enten zuhauf gibt, ist kein Phänomen, das auf Social Media zurückzuführen ist, sondern ein rein menschliches.

Nicht nur die LeserInnen können leichter in Kontakt mit den Medien treten – die Medien erreichen ihre LeserInnen auch leichter als zu Prä-Twitter-Zeiten. Und was das Ganze noch besser macht: Medien erreichen Menschen, die sie über klassische Kanäle überhaupt gar nicht mehr erreichen würden. Dass 14-jährige SchülerInnen auf der Facebook-Seite von derStandard.at während der Unterrichtszeit einen Innenpolitik-Artikel kommentieren, ist keine Ausnahme. Diese SchülerInnen würden aber eher selten auf die Idee kommen, derStandard.at direkt zu besuchen.

Bis zu einem gewissen Grad ist es verständlich, dass Textmenschen Probleme mit Zeichenbeschränkungen haben. Social Media die Schuld an inhaltlicher Verknappung zu geben ist aber so, als würde man einem E-Mail-Provider die Schuld dafür geben, dass es Spam-Mails gibt. Natürlich kann Twitter keine komplexen Zusammenhänge in 140 Zeichen liefern. Das wollte und konnte es aber auch nie. Dafür kann es vielen, vielen LeserInnen da draußen sagen, dass es eine Reportage überhaupt gibt, und ihnen Lust darauf machen, sie zu lesen.

Genauso wenig wie Video das Radio gekillt hat, werden Social Media die Pressefreiheit gefährden. Ganz im Gegenteil. Dank der sozialen Medien bestehen einige Medien, die vielleicht Probleme hatten, immer noch. Und erreichen mehr LeserInnen als je zuvor. (Lisa Stadler, derStandard.at, 2.5.2013)

DJ-Alltag: Eine Nachtschicht für 50 Euro

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf derStandard.at.

DJs genießen den Ruf, einer besonders coolen Tätigkeit nachzugehen. Doch die Realität sieht oft ganz anders aus

Der DJ, das bewunderte Wesen. Er spielt Tracks, die ihm gefallen, und das Publikum liebt ihn dafür. Mit ein wenig Übung mausert man sich recht schnell zum gefragten Act – die Belohnung sind dann riesige Gagen und ewiger Ruhm. Für eine handvoll DJs weltweit – Stichwort David Guetta, Tiesto, Armin van Buuren oder Deadmau5 – mag das so funktionieren (derStandard.at berichtete über ihre absurd hohen Gagen), für das “DJ-Fußvolk” ist das Dasein als Selektor und Entertainer aber ein viel härteres als man glauben mag.

Zwischen Hobby und Beruf

“In Österreich können geschätzt zehn Prozent der DJs vom Auflegen leben”, meint Laminat, seit rund zehn Jahren selbst DJ und Produzent in Wien. Dabei sind aber bekannte Artists wie etwa Kruder und Dorfmeister bereits ausgenommen. Weil die Gagen oft so gering sind, schlagen sich die meisten gezwungenermaßen irgendwie durch und haben einen oder mehrere Brotjobs um ihr Leben finanzieren zu können. “Um es auch international zu schaffen, muss man auch selbst Tracks produzieren, nur viel aufzulegen ist da zu wenig”, so der Wiener. Der Rest legt schon mal eine Nachtschicht ein, und das für eine Gage von circa 50 bis 250 Euro.

Die alles andere als gesundheitsförderlichen Bedingungen kennt jeder, der schon einmal um die Häuser gezogen ist: verrauchte Luft trotz Rauchverbots, Lautstärken, die so manchen HNO-Arzt erschaudern lassen, nerviges Publikum, das sich Songs wünscht, die man nicht spielen will. Dazu kommen immer wieder Veranstalter, die sich nicht an Abmachungen halten wollen.

Preisdumping durch Konkurrenz und Veranstalter

“Es ist schon ein Wahnsinn, wie manche Clubbesitzer einen über den Tisch ziehen wollen”, schildert Sophia Hoffmann, DJ, Journalistin und Köchin. Die Österreicherin lebt mittlerweile in Berlin, wo sie in Sachen Konkurrenzkampf und Gagen noch schlimmere Bedingungen herrschen als hierzulande: “DJs gibt es wie Sand am Meer, und einige sind sogar froh, wenn sie gratis spielen können, weil sie meinen, dass ihnen das etwas bringt. Man ist einfach austauschbar und sogar in Clubs, wo man öfter spielt, und man glaubt, eine Heimat gefunden zu haben, kann es sein, dass man von einen Tag auf den anderen nicht mehr gebucht wird, weil es Nachwuchs gibt, der es noch billiger macht.”

Die Veranstalter profitieren davon, dass sich die DJs untereinander die Preise zerstören. Bisweilen kommt es auch vor, dass trotz vorab fixierter Gagen dann doch nicht gezahlt wird. “Ungefähr alle zwei Jahre kommen ein paar neue Artists, die quasi gratis auflegen. Am Anfang kann das ja recht nett sein, aber nach ein paar Jahren merkt man, dass sie entweder wieder verschwinden oder bei dem Spiel nicht mehr mitmachen und auch adäquate Gagen verlangen”, bestätigt Laminat. 150 Euro für drei Stunden Spaß an der Musik klingen für Außenstehende vielleicht ganz gut, die wenigsten denken aber an das Rundherum. Wenn man Steuern, Taxigeld, Anreisezeit, die Vorbereitungszeit für einen Auftritt und die zahlreichen Stunden, die man im Club vor und nach dem Auftritt anwesend sein muss, mitzählt, schrumpft der Stundenlohn recht schnell. So ganz nebenbei soll der Künstler dann auch noch über seine Netzwerke die Veranstaltung bewerben und vielleicht noch am Flyer mitbasteln – Aufgaben, die seinerzeit ganz klar und ausschließlich beim Veranstalter lagen.

Keine Rechtssicherheit

Um also vom Auflegen leben zu können, brauchen DJs viele Bookings. Falls diese bei genug Ambitionen und Verbindungen möglich sind, stehen sie meist vor dem nächsten Problem: Zwar hat schon fast jede mittelgroße Bar regelmäßig jemanden dort, der Musik auflegt, die wenigsten schließen jedoch Verträge ab. Krankenstände werden somit etwa schnell zum Problem: “Einmal hab’ ich mich mit 38 Grad Fieber in den Club geschleppt, um dann vor circa 300 Leuten mit Schweißausbrüchen und zitternden Händen mein Set runterzuspielen. Dann gab’s 70 Euro. Der Veranstalter war an dem Abend nicht mal da. 43 Euro sind fürs Taxi draufgegangen, weil ich, krank wie ich war, natürlich hin- und retour gefahren bin. Da hab ich mich gefragt: Wozu mach’ ich das eigentlich?” schreibt uns ein Wiener Artist, der anonym bleiben möchte, per Mail.

Zu wenig Verständnis seitens Veranstaltern und Publikum

Dass DJs oft nur als Dekoration gesehen werden, die eben in eine moderne Bar gehören, merken die Acts oft auch am Zustand des technischen Equipments vor Ort. Funky P, Resident DJ für das Message Magazin, der mit seiner Crew Frisch Saftig Stylisch bevorzugt Hip Hop und Funk auflegt, muss für andere Gigs oft neben den ohnehin schon schweren Platten sein eigenes Mischpult mitnehmen: “Den Veranstaltern fehlt oft das Verständnis dafür, was wir machen. Wir kommen manchmal in Bars, wo alte Technik vor Ort ist, mit der man zum Beispiel nicht einmal scratchen kann. Also können wir dort eigentlich unseren Job gar nicht machen. Das ist schon hart.” In kleineren Locations müssen sich außerdem ein bis zwei DJs die ganze Nachtschicht aufteilen, was sehr an die Substanz gehen kann. Die Gage ist dadurch nicht größer.

Was die künstlerische Selbstverwirklichung bei DJs angeht, gibt es verschiedene Universen: Wo in größeren Clubs die meisten das Glück haben, ihr Programm selbst zu gestalten, mutiert der DJ in Bars und Restaurants oft zur menschlichen Juke-Box, die Wünsche erfüllen muss. Zum Problem wird das nur, wenn die Erwartungshaltung zwischen Publikum und DJ auseinandergehen: “Es kann schon vorkommen, dass die Leute sich Tracks wünschen, die ich nur mit schwerer Überwindung spielen kann. Gerade im Hip Hop liegen Welten zwischen Underground und Mainstream. Das kann schon sehr mühsam sein, ist aber oft Teil des Jobs”, erzählt Funky P. Wenn dann auch der Rest wie Gage oder Technik nicht passt, kann so eine Auflegenacht von der erwarteten lässigen Party zur mehr als mühsamen Arbeit werden.

Nicht nur Jammern

Dass so viele sich dennoch das DJing “antun”, liegt einfach daran, dass der DJ in den meisten Fällen für die Musik brennt und seine Lieblingstracks mit dem Publikum teilen will. “In vielen Fällen sind das ja auch positive Erlebnisse, die man an so einem Abend hat”, sagt Sophia Hoffmann, die unter ihrem Künstlernamen Tigeress DJ weiß, wie man feiert. Die Grenze zur Selbstausbeutung wird wie in vielen Kreativberufen dementsprechend häufig überschritten. (Lisa Stadler, derStandard.at, 18.4.2013)

Gastvortrag an der WU

Heute durfte ich einen Abstecher auf die WU machen und einen Gastvortrag zum Thema Social Media und Start-Ups halten. Es war mir eine Ehre und ich hoffe, ich wurde auch verstanden – ich musste das erste Mal auf Englisch vortragen ;-) .

Bildschirmfoto 2013-04-19 um 12.34.34Hier noch ein unterhaltsames Video, das ich auch heute als best practice Beispiel hergezeigt habe, thx to Andrew Cracknell:

Absurde DJ-Gagen zerstören den Markt

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf derStandard.at.

Der amerikanische Markt entdeckt die elektronische Musik. Das hat erhebliche Auswirkungen auf die Clubs und Festivals in Europa

Ricardo Urgell, Betreiber des wohl berühmtesten Clubs Europas, des Pacha in Ibiza, hat es vor einiger Zeit gereicht: Weil die DJs immer höhere Gagen verlangten, kündigte er kurzerhand seinen Programmchef und verlängerte die Verträge einiger Superstars einfach nicht mehr. Die Folge war eine Grundsatzdiskussion über die hohen Gagen mancher Größen der elektronischen Musik, zuletzt berichtete auch die “New York Times” ausführlich über die Probleme auf Ibiza.

Amerika ist “schuld”

Wie kam es überhaupt dazu, dass ein DJ wie David Guetta für einen Auftritt zuweilen 250.000 Euro Gage bekommt und Forderungen von 50.000 Euro auch von mittelbekannten Artists keinen Veranstalter mehr überraschen? “Diese Entwicklung hat hauptsächlich in den letzten zwei Jahren ihren Lauf genommen, und das liegt daran, dass Amerika jetzt elektronische Musik für sich entdeckt”, sagt Stefan Auer, seit Jahrzehnten als Veranstalter in Graz tätig und Organisator des Springfestivals.

Jahrzehntelang galt Europa als Heimat und Brennpunkt elektronischer Musik: Hier wurden DJs in Clubs gefeiert, die unbekannte Tracks auflegten, noch lange bevor das irgendjemanden in den USA interessierte. Nicht zuletzt wegen Änderungen der Rechtssituation für US-Radiosender bekamen in letzter Zeit auch in den USA vermehrt europäische und in der Folge amerikanische Elektronik-Artists Airtime. Und das Publikum sprang auf den Zug auf.

Las Vegas ist das neue Ibiza

Binnen weniger Monate entstanden in den USA nach europäischem Vorbild riesige Festivals, die die DJs abfeierten. Tiësto, einer der weltweit am besten verdienenden DJs, macht nun erstmals seit Jahren keinen Stopp mehr in Ibiza. Ihn zieht es nach Las Vegas, das als neues Ibiza gehandelt wird. “Man merkt, dass dort Entertainment noch etwas wert ist.”, sagt Christian Lakatos, Organisator des Urban Art Forms Festivals, der gerade aus Las Vegas zurückgekehrt ist. “Ticketpreise von bis zu 150 Dollar schrecken dort niemanden ab. Hier jammern alle schon bei 15 Euro Eintritt.” Das liege daran, dass dort eine andere Entertainment Kultur herrsche, wo man es gewohnt sei zum Beispiel auch für College Football Games Eintritt zu zahlen. In den USA habe die Entertainment Kultur einen anderen Stellenwert und die Leute seien es gewohnt, hohe Eintrittspreise zu zahlen, meint Lakatos weiter.

Spektakel statt Musik

Riesige Clubs nehmen in Las Vegas große DJ-Namen unter Vertrag, das Penthouse für die Artists befindet sich gleich ein paar Stockwerke über dem Club, und die Gagen sind so hoch, dass selbst hartgesottenen Brancheninsidern schwindlig wird. Künstler wie Deadmau5 entscheiden sich dementsprechend wenig überraschend dafür, mehr Gigs in den USA zu spielen. “In Las Vegas sind die DJs die neuen Varieté-Shows, wenn man so will. Das ist nur mehr Jahrmarkt, Spektakel, Zirkus, da geht es gar nicht mehr um die Musik. Liveauftritte werden für die Künstler außerdem immer wichtiger, weil immer weniger Musik gekauft wird”, bestätigt Stefan Auer.

Blase kurz vor dem Platzen

Der Maßlosigkeit, die durch Angebot und Nachfrage ermöglicht wird, sind jedoch laut Szenekennern Grenzen gesetzt. Philipp Straub, Chef der Künstleragentur Titan, der Artists wie Paul Kalkbrenner und Carl Cox nach Österreich bringt, glaubt, dass das Systems nicht mehr lange rentabel sein wird: “Eine ähnliche Situation hatten wir schon von 2000 bis circa 2003, als die Blase geplatzt ist. Jetzt steuern wir wieder darauf zu, aktuell befinden sich die Gagen sicher am Zenit.”

Solange es sich für Veranstalter und Artists rentiere, werde das Spiel noch weitergehen, meint Straub. “Aktuell sehe ich zwei Trends: Große Festivals mit dementsprechend großen Namen und hohen Ticketpreisen auf der einen Seite – und auf der anderen die florierende Clubszene im Niedrigpreissegment, die die Szene gesund hält. Große Shows mit nur einem Artist sind eher wieder am Verschwinden.”

Konkurrenzkampf in Österreich

Kurz vor Beginn der heimischen Festivalsaison machen sich die Entwicklungen auch in Österreich bemerkbar. “Wir müssen jetzt viel mehr um internationale DJs kämpfen als früher, weil viele verständlicherweise nur mehr in den USA spielen wollen”, sagt Christian Lakatos. Dennoch mache man ab einem gewissen Punkt einfach nicht mehr mit, sind sich Lakatos und Auer einig: “Ab einer gewissen Grenze spielt der Act dann einfach nicht bei uns.”

Von dem Konkurrenzkampf zwischen den österreichischen Festivals profitieren vor allem die Artists, meint Lakatos: “Es gibt immer wieder den Fall, dass man von jemand anderem überboten wird. Gerade in den letzten Jahren werden manchmal absurd hohe Gagen geboten, und der besagte Act spielt dann plötzlich woanders.” Das wiederum treibt für die BesucherInnen die Ticketpreise in die Höhe. (Lisa Stadler, derStandard.at, 11.4.2013)

Business goes Social Media

Ich hatte letzte Woche die Ehre, zwei Tage lang das Business Circle Event “Business goes Social Media Vol. IV” zu moderieren. Danach war ich gleich ein paar Tage lang krank, was vielleicht daran gelegen haben mag, dass ich etwas viel geredet habe. Und zwar, weil es ein sehr vielfältiges Podium mit spannenden Geschichten gab. Meine persönlichen Highlights: Cupcakes und wie man mit einem Shitstorm am 24.12. umgeht und Lagerhaus, weil sehr schön gezeigt wurde, wie man mit einer bodenständigen Marke auf Facebook erfolgreich sein kann. Props sowieso auch an Super-Fi, Whatchado, Austrian Airlines, OMV, A1, Erste Bank, WebMedian, Tante Fanny, Digitalwerk, Digital Affairs, CyLEDGE, Kraft & Winternitz, T-Mobile. Thx Business Circle, ich bin gespannt auf die nächste Ausgabe, Social Media wird ja nie fad.

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Berlin

Ein kurzer Abstecher zu TEDx ESCP Berlin, taz, Vice und Zeit Online. Zwischendurch Essen.

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TEDx Berlin goes Pastafari-Führerschein

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Temporäres Café und Co-Working-Space bei Zeit Online während der Berlinale. Sehr sympathisch.

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Sebastian Horn und Juliane Leopold von Zeit Online freuen sich über das Care-Paket aus Österreich.

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Da sitzen rund 70 Menschen bei VICE Germany. Und das Büro ist am Freitag um 18:00 noch voll besetzt. Von wegen ranzig-verwegener Partylifestyle.

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Grill Royal. Mit Abstand das beste Fleisch ever.

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Foodporn

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More Foodporn

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taz. Links der Social Media Manager Caspar Zucker, der mir die Redaktion zeigte.

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Die Zukunft.

Schwarzes Café, rund um die Uhr offen, rund um die Uhr Frühstück

Schwarzes Café, rund um die Uhr offen, rund um die Uhr Frühstück

Social Media nach dem Tod

Dieser Text erschien ursprünglich auf derStandard.at

Welche Auswirkungen unbetreute Social-Media-Profile von Toten auf die Hinterbliebenen haben können

“Ich wünsche dir viel Glück auf deiner Reise”, lautete vor kurzem ein Facebook-Posting, das ein User einem anderen auf seiner Pinnwand hinterließ. Eigentlich keine ungewöhnliche Nachricht, wäre der Adressat am Leben. Dieser war aber unerwartet vor ein paar Tagen gestorben und seine Freunde auf Facebook begannen, sein Profil als digitale Gedenkstätte zu nützen.

Neue, öffentliche Formen der Trauer

Sie posteten Fotos, Videos, Erinnerungen in Textform – eine durch die sozialen Netzwerke entstandene Art, mit Trauer umzugehen, die in einer neuen (Teil-)Öffentlichkeit stattfindet. “Es ist gut, Trauer offen auszuleben und sie nicht zu verdrängen. Diese Form der Trauerverarbeitung und Erinnerung kann eine sehr schöne und hilfreiche sein”, meint Eva Mückstein, Präsidentin des Österreichischen Verbands für Psychotherapie.

Die Trauernden tauschen sich dort intensiv aus, können einander helfen und sich auch Jahre nach dem Tod noch dort etwa zum Todestag treffen. “Vorausgesetzt, die engen Familienmitglieder wollen das so. Denn sie sind diejenigen, die die Entscheidungsmacht haben sollten, wie mit Accounts in sozialen Netzwerken umgegangen wird, wenn der oder die Verstorbene das nicht selbst geregelt hat”, ergänzt Mückstein. Ungewollt könne eine solche Form der Trauerverarbeitung genau den gegenteiligen Effekt haben und für die Hinterbliebenen sogar zur Qual werden. Dann könne nicht mit der Trauer abgeschlossen werden und es entstehen neue Probleme.

Ungewollte Lebenszeichen aus dem Jenseits

Unternimmt man nach dem Tod eines Facebook-Users zum Beispiel gar nichts, kann er weiterhin bei Geburtstagserinnerungen oder in gewissen Werbeformen auftreten (à la “Max Mustermann und drei weitere Freunde sind Fan dieser Seite”). Auch die simple Präsenz des Profils kann belastend sein.

Was also tun mit den Social-Media-Profilen, wenn jemand aus der Verwandtschaft oder eine nahestehende Person verstorben ist? Die meisten sozialen Netzwerke haben bereits Lösungen parat, diese unterscheiden sich aber von Fall zu Fall.

Lösungen der Anbieter

Bei Facebook etwa gibt es für Verwandte oder Befugte nach Ausfüllen bestimmter Formulare und Einsenden der Sterbeurkunde die Möglichkeit, das Profil in den “Gedenkstatus” zu versetzen. Das Profil ist dann gekennzeichnet, User können darauf Postings hinterlassen, die Person scheint aber nicht mehr bei Benachrichtigungen oder Werbeformen auf. Bei Bedarf kann der Account auch vollständig gelöscht werden, den Zugang zum Profil, um etwa private Nachrichten lesen zu können, gibt Facebook aber nicht heraus.

Ähnlich verläuft es bei Twitter: Der Account kann deaktiviert werden, die Login-Daten werden aber nicht herausgegeben. Etwas schwieriger wird es etwa bei Flickr, wo es derzeit keine Möglichkeit gibt, auf private Fotos zuzugreifen, da das Unternehmen die Privatsphäre der User auch nach dem Tod schützt.

Eine Imagefrage

Eine andere Frage, die sich im Zusammenhang mit dem Umgang der Social-Media-Auftritte von Verstorbenen stellt, ist: Welches Bild soll man von dieser Person nach ihrem Tod aufrechterhalten? Jenes, das sie gerne gesehen hätte, oder jenes, das man als Hinterbliebener von dieser Person hat? “Als ein guter Bekannter von mir plötzlich bei einem Radunfall ums Leben kam, war seine Facebook-Seite voll mit Erinnerungen seiner Freunde an ihn. Er war ein schräger Vogel, und da war alles Mögliche dabei. Ich war mir allerdings nicht sicher, ob er das so gewollt hätte”, erzählt Maximilian Schubert.

Das war für den Generalsekretär der ISPA (Vereinigung der Österreichischen Internet-Service-Provider) der Anlass dafür, mit KollegInnen eine Broschüre über den digitalen Nachlass zu verfassen. “Das Thema ist ein sehr breites und die wenigsten machen sich Gedanken darüber, was nach ihrem Tod mit dem digitalen Eigentum passiert. Will der Opa wirklich, dass die Enkerln die Fotos von seiner Ex-Freundin am Computer finden?” Die Problematik ist im Grunde eine Ähnliche wie im “analogen Leben”, man muss entscheiden, was mit Briefen, Fotoalben und Ähnlichem passiert.

Followers vererben: Twitter im Testament?

Auf offiziellen Wegen steckt der digitale Nachlass hierzulande aber noch in den Kinderschuhen. Marion Aitzetmüller von der Österreichischen Notariatskammer sagt ganz offen: “Uns ist zwar seit ein paar Jahren bewusst, dass es da rechtlichen Handlungsbedarf gibt, der Umgang mit Profilen in Social Networks im Testament kann aber zum Beispiel noch nicht so leicht geregelt werden. Wir haben auch noch kaum Fälle dieser Art, da die meisten Jungen gar kein Testament machen.”

Der Tante Mitzi die 1.300 Followers auf Twitter zu vermachen geht also noch nicht per Notar. Am sinnvollsten ist es Aitzetmüllers Ratschlag nach derzeit immer noch, einfach alle relevanten Passwörter und die Wünsche zum Umgang mit dem Inhalt irgendwo zu notieren und einem Freund oder einer Freundin zu sagen, wo sie sich im Notfall befinden.

Tools zur Verwaltung des sozialen Lebens nach dem Tod

Im amerikanischen Raum sind bereits Tools entstanden, die Usern die Organisation des “sozialen Nachlasses” erleichtern sollen. Deadsoci.al etwa verwaltet die Accounts auch nach dem Tod und erlaubt es Usern, “aus dem Jenseits” zu posten: Personen, die zum Beispiel schwer krank sind, können dort Facebook-Postings an ihre Lieben für die Zukunft planen, sei es der 18. Geburtstag des jetzt erst zwei Jahre alten Enkels oder ein jährlicher Gruß am eigenen Geburtstag. Der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt. Fraglich ist nur, ob es Plattformen wie Facebook dann überhaupt noch gibt.

Ob man überhaupt noch lebt, prüft Deathswitch, ein Service, bei dem man in regelmäßigen Abständen auf E-Mails antworten muss. Werden die Mails nicht mehr beantwortet, schickt das Service vorbereitete Informationen an bestimmte Personen. Legacy Locker wiederum ist ein Tool, über das man den gesamten digitalen Nachlass verwalten kann. Die Liste könnte hier noch lange weitergehen, wie seriös die einzelnen Services sind, wäre sicher eine weitere Geschichte wert.

Mit derzeit rund einer Milliarde Facebook-Usern weltweit und einigen weiteren Menschen in anderen Netzwerken wird die Problemstellung sicher wachsen. “Praktisch wäre es sicher, wenn Facebook und andere soziale Netzwerke gleich beim Erstellen des Accounts danach fragen würden, was mit dem Profil nach dem Tod passieren soll. Das kann man natürlich auch nicht beantworten oder selbst ändern”, wünscht sich etwa eine Freundin im Gespräch. Bis dahin bleibt noch der gute alte Spickzettel mit den Passwörtern. (Lisa Stadler, derStandard.at, 4.2.2013)

Großes Eierspeis-Duell in der Vollpension

Heute stellten sich in der Vollpension zwei Meister der Eierspeis der Frühstückerinnen-Jury: Bruder Mo von den Gebrüdern Stitch und Niko Alm. Hier die Fotos zur Dokumentation.

Die Jury

Fett macht Geschmack.

Vor dem zweiten Durchgang.

Vorschau auf die Nachspeise.

 

Harte Arbeit: Jurieren.

Unter anderem mit dieser Leistung gewann Bruder Mo. Über eine Revanche wird bereits gemunkelt.

Zum Abrunden: Topfentorte.

Warum Sartre ein Twitter-Star wäre

In den letzten Wochen habe ich Sartre (erneut) für mich entdeckt. Bei der Lektüre seiner Briefe wird unter anderem eines klar: Es ist umso mehr schade, dass Sartre nicht mehr lebt, weil er mit Sicherheit ein Twitter-Superstar gewesen wäre. Für ihn und Simone de Beauvoir spielte die Mythologisierung des eigenen Lebens eine große Rolle: Sie schrieben sich ihr Leben sozusagen selbst: Hazel Rowley beschreibt das in “Tête -à-Tête: The Tumultuous Lives and Loves of Simone de Beauvoir and Jean-Paul Sartre” folgendermaßen:

“Both were heavily imbued with what Sartre called ‘the biographical illusion’ – the idea that ‘a lived life can resemble a recounted life’. Already in their adolescence they dreamed of their future lives as if through the eyes of posterity.”

Genau diese “biographical illusion” erheischt die meisten jener, die soziale Netzwerke nützen, jetzt auch. Durch die Erzählungen, die dort gepostet werden, bauen sich die User die eigene Biografie so, wie sie sie sich wünschen. Und viele werden sich wohl schon bei dem Gedanken darüber erwischt haben, wie gewisse Postings wohl in ein paar Tagen, Monaten, Jahren wirken mögen. Sartre schrieb private Briefe mit dem Wissen, ja gar dem Wunsch, dass diese einmal veröffentlicht werden. Diese Haltung punkto Mitteilungsbedürftigkeit und Privatheit hängt natürlich eng mit seiner Ideologie zusammen. Rowley:

“As existentialists, they believed that individuals are no more or less than the sum total of their actions, and offered themselves up willingly to the judgment of posterity. [...] To them, the notion of privacy was a relic of bourgeois hypocrisy. [...] ‘It wouldn’t occur to me to get rid of letters and documents concerning my private life’, Sartre said. ‘So much the better if this means I will be … transparent to posterity … I think that transparency should always be substituted for secrecy.’”

Briefe dienten Sartre als Möglichkeit der Transkription des unmittelbaren Lebens, hätte er also einen Twitter-Account und einen Blog gehabt, hätte das natürlich dort stattgefunden. Mit mindestens so vielen Followers wie Salman Rushdie sie hat. “Ich schreibe jetzt überall, wo ich mich niederlasse, Briefe [...] Man könnte es briefliche Überbeanspruchung nennen”, schrieb er etwa Simone de Beauvoir (Jean Paul Sartre. Briefe an Simone de Beauvoir 1, 1984, S. 114) Oversharing wäre mit Sicherheit eines der Probleme des Sartre im Jahre 2012.

Ist exzessives lebensbegleitendes Posten also vielleicht eh ein alter Hut und keine neue Neurose des 21. Jahrhunderts? Wären abermillionen Briefe, Reiseberichte, Tagebücher – hätte es die Möglichkeit des Postens via soziale Netzwerke damals schon gegeben – im Web gelandet? Wahrscheinlich schon.

Vollpension – das beste Projekt von hier bis ins letzte Universum

Hier mal ein großes Shoutout für unsere Freunde Gebrüder Stitch, die mit der Vollpension gerade im Rahmen der Vienna Design Week das beste Projekt überhaupt umsetzen: Ein temporäres Kaffeehaus in Wien, in dem SeniorInnen Kuchen backen und so der Austausch zwischen Jung und Alt gefördert wird. Die Vollpension läuft nur mehr DIESE WOCHE! Also hingehen und es einfach nur gut finden.

Hier die Facebook-Page zum Liken, Updates bekommen und Fotos schauen.

Der Kuchen ist einfach zu gut um sich die Zeit zu nehmen ihn vor dem Verzehr zu fotografieren.

Foodporn Studienergebnisse @ FoodCamp Vienna

Super war das am Samstag! Daniela Terbu und Nina Mohimi haben ein wirklich sehr feines BarCamp organisiert. Dort durfte ich auch meine kleine “Studie” zu FoodPorn präsentieren, deren Ergebnisse ich euch nicht vorenthalten will. Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben! Die ganze Präse gibt es hier nicht, da es bei sehr vielen Slides halbhumoristischer Erklärungen bedarf, die ohne diesen Kontext einfach nicht verständlich sind. Aber vielleicht gibt es ja wieder mal die Möglichkeit, die “Studie” live herzuzeigen.

54 Personen haben bei der Umfrage mitgemacht.

Diese Definition des PM Magazins galt es in meiner “Studie” zu widerlegen. Nun aber zur Umfrage:

Die erste Frage:

Wenn man die Menge an Facebook- und Instagram-Usern vergleicht, ist hier Instagram ein wichtiger Foodporn-Kanal.

Warum posten die User eigentlich Fotos von Essen in Social Media?

Aus dem Clustering der Antworten geben sich folgende Motive:

Welche Kriterien muss das Essen erfüllen, damit es gepostet wird?

Was sind Foodpornisten für Menschen? Zwei essentielle Fragen (Achtung, Ironie):

Aus den Ergebnissen meiner jahrelangen Forschung (Achtung, Übertreibungsgefahr) ergibt sich folgende Erkenntnis, die wohl noch Generationen nach uns wesentlich beeinflussen wird:

Zusatz: Im Gegensatz zur Definition des PM Magazins sind laut Umfrageergebnissen die Foodpornisten keineswegs jene, die den Herd kalt lassen. Das “selbst gemachte” spielt hier eine wichtige Rolle.

The Fancy – das bessere Pinterest

Was Pinterest nicht kann, kann jetzt eine “neue” (?) App namens The Fancy – im Prinzip eine Kopie von Pinterest, bei der man Favorites zu eigenen Alben hinzufügt und das in den social networks teilt. (danke an Nane für den Hinweis)

Der Vorteil ist aber, dass viele Produkte direkt aus der (Facebook-)App heraus gekauft werden können (bei Pinterest ja nur mit externen Links möglich) Und noch besser für Konsumenten und Anbieter: Je mehr man fancied und Freunde aktiviert, desto mehr Bonuspunkte in Form von Bargeld und Badges werden gesammelt, im Grunde die alte Empfehlungslogik. Die Plattform bekommt eine Unmenge an Daten – und die User bleiben konsumsüchtig. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Pinterest das auch kann – oder untergeht.

 

Fotolovestory Fürstenfeld

Ein österreichisches Kleinod sondergleichen: Das Freibad in Fürstenfeld mit dem einst größten Becken Europas verfügt über einen Erotik-Shop am einen Ende und eine Brücke über einen kleinen Fluss, die direkt zu McDonald’s führt, am anderen Ende.

Die Brücke, wohlgemerkt, gab es laut Einheimischen vor dem Erbau des Fast-Food Restaurants noch nicht.

Andere Quellen sagen der kleinen Stadt ein Problem mit Rechtsextremismus nach. Davon habe ich zum Glück nichts bemerkt.

Auf der Pfeilburg lässt es sich hervorragend feiern.

Fürstenfeld hat die Wichtigkeit von Marketing und Sales erkannt. Eine gute Sache.

Ein schönes Schild.

Ein schönes Haus.

Ein besonders schöner Kreisverkehr.

Schön war’s! Danke an Marie Sagl, Stephan Schneider, Stefan Urschler und die Crew!

Russland, quo vadis?

Weil es mir schon länger im Kopf herumgeistert, ein kurzer Überblick über die Entwicklungen in Russland in den letzten paar Monaten, um zu veranschaulichen wie Putin und seine Entourage nach den im März gewonnenen Wahlen ihre Festung sichern. Vieles davon ist schon alt und es fehlen mit Sicherheit Punkte. Es geht mir eher darum aufzuzeigen, dass die Aktionen für sich sprechen und vielleicht jene upzudaten, die sich nicht jede Woche über Russland informieren:

- März 2012: Mitglieder der Punk-Band Pussy Riot werden festgenommen, nachdem sie mehrere Pop-Up-Konzerte in der Moskauer Innenstadt gegeben hatten, das letzte davon mit provokanten Texten in der Christus-Erlöser-Kathedrale. Der Prozess hat bereits begonnen, ihnen drohnen bis zu sieben Jahre Haft.

- März 2012: Anti-Homosexuellen-Gesetz: öffentliche Propaganda von Homosexualität wird verboten, es drohen Strafen von bis zu 13.000 Euro. Die Partei Geeintes Russland rechtfertigt das Gesetz als “Kinderschutz”. Bei Demonstrationen dagegen fanden erste Festnahmen statt.

- April 2012: Michail Chodorkovskij muss vier weitere Jahre in Haft bleiben. Kurz bevor Medvedev das Präsidentenamt wieder an Putin abgab, ließ er durch eine Prüfung der Urteile auf eine Begnadigung des Kremlkritikers hoffen, der bereits seit 2003 inhaftiert ist. Aber nichts da, der in Ungnade gefallene Unternehmer muss bis 2016 im Gefängnis bleiben.

- Juni 2012: Parlament schränkt Demonstrationsrecht ein: Etwa 150fache Erhöhung der Strafe für die Teilnahme an nicht genehmigten Demonstrationen. Damit haben mit Sicherheit noch mehr RussInnen Bedenken zu demonstrieren. Bereits als ich im März in Moskau war, weigerten sich Bekannte zu (angemeldeten) Demos zu gehen, weil die Angst vor einer Festnahme und damit einem Vermerk zu groß war.

- Juni 2012: Hausdurchsuchungen bei Oppositionellen, darunter Blogger Alexej Navalny. Dieser twitterte live von der Durchsuchung inklusive Fotos.

- Juni 2012: angebliche Morddrohung des Leiters der Ermittlungsbehörde Alexandr Bastrykin gegen Journalist der Novaja Gazeta, Sokolov. Der Journalist flieht ins Ausland.

- Juli 2012: Putin setzt Agentengesetz in Kraft: Alle NGOs, die internationale finanzielle Unterstützung bekommen, müssen sich von fortan als “Agenten” deklarieren: Die Folgen sind strengere Finanzkontrollen, mögliche höhere Strafen und eine versuchte Minderung des ausländischen Einflusses auf die russische Innenpolitik.

- Juli 2012: Chefermittler Bastrykin, bereits oben erwähnt, wird von Blogger Navalny wegen Immobilien- und Visaaffäre angegriffen. Navalny droht eine Verleumdungsklage.

- Juli 2012: Gesetz, das Sperrung “gefährlicher” Internetseiten ermöglicht, wird erlassen.

Achja, und da wäre dann noch die russische Unterstützung des Assad-Regimes.

Begleitet werden diese (und andere) Entwicklungen in Russland von Protesten, die meiner Wahrnehmung nach aber zur Zeit etwas abflauen (wen wundert’s). Andererseits haben sich anscheinend oppositionelle Taskforces gegründet, die ein Programm ausarbeiten, welche Ziele mit dem Protest genau verfolgt werden sollen. Das ist nämlich bis jetzt eine der Schwächen der SystemkritikerInnen: Es gibt noch zu pauschalisierte Forderungen für die Zukunft ohne Putin – falls so eine überhaupt noch irgendwie vorstellbar ist …

 

Social Media Tools #ftw

Heute hatte ich die Ehre den fjum Workshop über Social Media zu besuchen. Gesehen habe ich von Events dieser Art schon ein paar, viele waren leider eine Enttäuschung für mich, da nur die Basics besprochen wurden.

Der Vortragende von heute, Sree Sreenivasan von der Columbia University, hat hingegen Basics mit sehr hilfreichen Infos für “Fortgeschrittene” präsentiert, die ich der werten Leserschaft nicht vorenthalten will. Hier also eine kurze Aufzählung an Tools, die hoffentlich für manche brauchbar sind:

Geofeedia: location based monitoring von öffentlichen (!) Social Media Inhalten

Twiangulate: Influence-Research-Tool für Twitter

Socialflow: analysiert, wann am besten welche Inhalte gepostet werden sollen, gratis Testversion, dann kostenpflichtig

Tweriod: analysiert auch besten Zeitpunkt zum Twittern

(c) Walter Henisch

Links:

Social Media Guide

Mehr Fotos auf der fjum FB-Page